Welttag der Poesie

Montag, 21. März 2022 - 19:30

Die UNESCO feiert jährlich am 21. März den Welttag der Poesie. Der Tag wurde während der dreißigsten Generalkonferenz der UNESCO im Jahr 1999 beschlossen und erinnert an die universelle Bedeutung der Poesie, die für die sprachliche Vielfalt und kulturelle Identität von besonderem Wert ist.
Aus diesem Anlass lädt Literatur Vorarlberg und das Theater am Saumarkt 30 Poeten und Poetinnen aus der Bodenseeregion zum Welttag der Poesie, um gemeinsam ein Fest der Lyrik zu feiern.
Moderation: Ines Strohmaier

Jürgen-Thomas Ernst: Das Wasserkomplott. Umweltkrimi, Gemeiner Verlag 2021 Amanda und Fynn sind jung und entschlossen. Gemeinsam kämpfen sie für den Erhalt der unberührten Natur. Sie demonstrieren und besprayen Autos mit provokanten Sprüchen. Sie sammeln Spenden, mit dem sie ein Moor vor der Trockenlegung retten und immer mehr Naturflächen erwerben, die sie unter Schutz stellen. Eines Tages tritt Max Bonnermann auf den Plan. Er ist charismatisch und ein exzellenter Stratege. Er will die Gruppe der Naturschützer unterstützen - sie groß machen, richtig groß. Doch dann kommt alles ganz anders …
Jürgen-Thomas Ernst wurde 1966 geboren und wuchs in Hohenems, Vorarlberg auf. Bereits während seiner Schulzeit schrieb er Theaterstücke, für die er zahlreiche Stipendien und Preise erhielt. Der Autor, der bereits mit dem »Sir Walter Scott-Preis« ausgezeichnet wurde, hat bereits mehrere Romane veröffentlicht. Zudem schreibt er für Magazine Kolumnen und Artikel zu den Themen Natur und Nachhaltigkeit. Ernst ist Vater von zwei Töchtern und lebt in Bregenz/Vorarlberg.

Mieze Medusa: Du bist dran, Residenz Verlag 2021
Drei liebenswerte Außenseiter sind auf der Suche nach ihrem Platz im Leben: die 18-jährige Agnesa, ein Wiener Mädel mit Migrationshintergrund und ohne Schulabschluss, der Computer-Nerd Eduard, den die Midlife-Crisis zum Stalker in den Weiten des WWW macht, und die Feministin Felicitas, die mit 69 immer noch rebellisch unterwegs ist, mittlerweile allerdings – der Liebe wegen – in der tiefen Provinz. Ihre Wege kreuzen sich und allen wird klar: Gemeinsam geht es besser, auch wenn dabei ein paar liebgewonnene Lügen auf der Strecke bleiben müssen. Als Poetry Slammerin ist Mieze Medusa seit Jahren erfolgreich, nun hat sie einen Roman vorgelegt, der mit Witz, Humor und Herzenswärme und einem ganz eigenen Sound die Stimmen der Gegenwart einfängt. Mieze Medusa, geboren 1975, heißt im bürgerlichen Leben Doris Mitterbacher und lebt, nach Stationen in Linz, Innsbruck und London heute in Wien. Sie steht als Rapperin und Spoken Word Performerin seit 2002 auf internationalen Bühnen und hat ihren MC-Namen in die Prosa mitgenommen. Ihr Debütroman „Freischnorcheln“ erschien 2008, seitdem hat sie Prosatexte, aber auch Sammlungen von Poetry Slam Texten und Tonträger des HipHop-Duos „mieze medusa & tenderboy“ publiziert sowie Theaterarbeiten und musikalischexperimentelle Projekte realisiert. Zuletzt erschienen: „Du bist dran“ (2021).

Ulrike Ulrich: Während wir feiern, Piper Verlag 2020
Wie in jedem Jahr feiert die deutsche Sängerin Alexa am Abend des Schweizer Nationalfeiertags ihren Geburtstag mit einer Dachparty – leider noch ohne den Einbürgerungsentscheid. Währenddessen braucht Kamal eine sichere Bleibe. Wenn er nicht unverzüglich das Land verlässt, droht ihm die Abschiebung nach Tunesien. Weil dort aber Homosexuelle verfolgt werden, fragt er seinen Deutschlehrer Zoltan, ob er ein paar Tage bei ihm untertauchen kann. Doch Alexas bester Freund sagt Nein aus Gründen, die er nicht mal vor sich selbst zugibt. Im Laufe des Tages eskalieren die Ereignisse, und nicht nur das Fest, auf dem alles zusammenläuft, steht infrage. Inspiriert von Virginia Woolfs Klassiker „Mrs Dalloway“ zeichnet Ulrike Ulrich ein Panoramabild unseres Lebens in Europa – vielstimmig, mit eigenem Ton und literarischer Brillanz.
Ulrike Ulrich ist freie Schriftstellerin. Sie wurde 1968 in Düsseldorf geboren und hat in Münster/Westf. Germanistik, Kunstgeschichte und Publizistik studiert (M.A.). Danach war sie einige Jahre im Bereich Computerlinguistik tätig. 1999 wanderte sie nach Wien aus, um dort bei der schule für dichtung zu arbeiten. Seit 2002 lebt sie in der Schweiz, seit 2004 in Zürich. 2010 verbrachte sie ein Jahr als Stipendiatin der Lydia-Eymann-Stiftung in Langenthal, 2016 ein halbes Jahr in London als Stipendiatin der Landis&Gyr-Stiftung. 2010 erschien ihr Debütroman „fern bleiben“ im Luftschacht Verlag Wien, dem ebendort 2013 der Roman „Hinter den Augen“ folgte, und 2015 der Erzählband „Draussen um diese Zeit“. 2020 erschien ihr dritter Roman “Während wir feiern” im Berlin Verlag. Mit Svenja Herrmann hat sie Anthologien zum 60. und 70. Geburtstag der Menschenrechte herausgegeben. Mit Axmed Cabdullahi erschien 2018 „Ein Alphabet vom Schreiben und Unterwegssein“. Sie gehört den Autor*innengruppen index und „Literatur für das, was passiert“ an. Für ihre Texte hat sie zahlreiche Stipendien und Preise erhalten, darunter Anerkennungspreise und ein Werkjahr der Stadt Zürich, den Walter-Serner-Preis 2010, den Lilly-Ronchetti-Preis 2011 und zuletzt 2018 einen Werkbeitrag der Pro Helvetia. 2021 wurde ihr Roman «Während wir feiern» ausgewählt für die erste Ausgabe des Lesefestivals «Zürich liest ein Buch».

Werner Rohner, Was möglich ist, Leons Verlag 2020
Drei mutige Frauen, drei Neuanfänge: In seinem zweiten Roman erzählt Werner Rohner Geschichten über die Liebe – so schön, so traurig und so divers wie im echten Leben. Edith, 61 und seit Jahrzehnten Kellnerin im gleichen Café, wandert mit ihrem deutlich jüngeren Freund nach Marokko aus. Vera verliebt sich in eine Frau und beginnt eine leidenschaftliche Affäre, obwohl sie sich mit ihrem Mann gerade auf das erste Kind freut. Lena, Ehefrau und Mutter, reist überstürzt mit einer alten Liebe nach Neapel, und als ihr bester Freund dort auftaucht und sie zur Rückkehr bewegen will, zieht sie mit den Kindern bei ihm ein. Einfühlsam und unaufgeregt erzählt Werner Rohner von Sehnsucht und Begehren, von Aufbruch und Verlust.
Werner Rohner, geboren 1975, lebt als freier Schriftsteller in Zürich. Studium am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Längere Schreibaufenthalte in Rom, Langenthal und Los Angeles. Er veröffentlichte Texte in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien, für die er mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet wurde, und schrieb drei Theaterstücke. Sein erster Roman, Das Ende der Schonzeit, erschien 2014 und war für den Rauriser Literaturpreis nominiert. Zusammen mit Katja Brunner veröffentlichte er 2018 das Buch Wie weit du genetisch vom Raubtier entfernt bist. Was möglich ist ist sein zweiter Roman.

Eva Schmidt, Die Welt gegenüber. Erzählungen, Jung und Jung Verlag 2021 Die Menschen, von denen Eva Schmidt in ihren Büchern erzählt, sind Nachbarn, Menschen, die neben anderen Menschen leben, einander nah genug, um sich einsam zu fühlen, weit genug voneinander, um sich zu beobachten: aus Neugier, aus dem Bedürfnis nach Berührung oder Intimität, aus Lust an der Überschreitung. Es sind Menschen, die nachts allein in einem Auto am Straßenrand sitzen, Menschen am Fenster, wenn gegenüber das Licht angeht, Menschen, die im Gespräch ausweichen und lieber wieder von ihren Hunden sprechen, solche, die länger als andere den Vögeln am Himmel nachschauen. Von ihnen erzählt Eva Schmidt mit Empathie und Zurückhaltung, nüchtern und beteiligt zugleich. Der Blick, den sie auf ihre Figuren hat, und die Sprache, in der sie lebendig werden, sind provozierend klar. So klar, dass darin nach und nach Ahnungen spürbar und Risse erkennbar werden: leise Irritationen, die noch das Alltäglichste in unserem Leben in eine gespenstische Atmosphäre kippen lassen und in ein Erschrecken darüber, wie allein wir sind. Eva Schmidt, geboren 1952, lebt in Bregenz, Österreich.