Hildegard E. Keller präsentiert: Alfonsina Storni, die Tessiner Künstlerin aus der Pampa

Reihe „Biographie - erforschen, erinnern, erfinden? Performance und Gespräch

Sonntag, 29. Mai 2022 - 10:30

Alfonsina Storni (1892–1938) ging mutig ihren Weg, als «moderne Frau», berufstätige Mutter, die nie verheiratet war, Journalistin, Künstlerin und öffentliche Intellektuelle in Buenos Aires. Ein Honigschlecken war das nicht, wie man an ihrem Kommentar zur Gendergerechtigkeit sieht. Er stammt von 1919: "Manche betrachten den Feminismus als einen großen Fortschritt, andere als einen Fluch. Die wenigsten nehmen ihn mit der Seelenruhe derer auf, die wissen, dass die Dinge keineswegs durcheinander geraten, bloß weil Frauen in einer Bank arbeiten, eine leitende Stelle in der öffentlichen Verwaltung innehaben und hie und da auf die Straße gehen, um ein Zettelchen in eine Urne zu werfen. Ich denke, dass die Vernunft und die Wahrheit auf der Seite der letzteren sind." (Die Auserwählten, in: Alfonsina Storni: Chicas. Kleines für die Frau).

Die Werkausgabe umfasst vier Bände, die Alfonsinas Werk ganz neu zeigen: Die Erzählerin und Literaturkritikerin in CUCA, die Zeitgenossin und den Medienstar in CARDO und die Autorin für Kinder- und Erwachsenentheater in CIMBELINA.

Hildegard E. Keller, Autorin, Literaturkritikerin und -professorin, hat die hier erstmals auf Deutsch vorgelegten Texte übersetzt, teils auch ausgegraben, herausgegeben und in der von ihr gegründeten Edition Maulhelden auch selbst illustriert und gestaltet. Keller war Jurorin beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt (2009–2019) und Mitglied im Literaturclub des Schweizer Fernsehens (2012–2019). Bereits während ihres Studiums der Germanistik, Hispanistik und Soziologie begann sie zu schreiben, Theater und Druckgrafik zu machen. Seit 2001 ist sie Professorin für Literatur an der Universität Zürich, wo sie heute multimediales Storytelling lehrt (zurichstories.org). Zehn Jahre lang lebte sie in den USA und lehrte an der Indiana University in Bloomington. Seit ihrer Rückkehr nach Zürich ist sie freie Autorin von Filmen, Büchern und Performances. Ihr Dokumentarfilm »Whatever Comes Next« über die aus Wien stammende Annemarie Mahler-Ettinger wurde auf zahlreichen Festivals gezeigt und auf 3sat ausgestrahlt. Ihr Hörspiel »Die Stunde des Hundes« war für den Deutschen Hörbuchpreis 2009 nominiert. »Was wir scheinen« (Eichborn, 2021) ist ihr erster Roman. Er erzählt vom letzten Sommer Hannah Arendts im Tessin.

Zur Homepage der Autorin: hildegardkeller.ch
Zum Verlag: editionmaulhelden.com
Zum Alfonsina-Blog: alfonsinastorni.ch

Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung