Theater am Saumarkt

Herbert Brettl: Das Lager Lackenbach

Theater am Saumarkt

Moderation: Johannes Spies

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich im Jahr 1938 wurden Maßnahmen, die bereits in den 1930er-Jahren und auch davor gegen Roma und Sinti konzipiert worden waren, systematisch umgesetzt. Zwangsarbeit sowie die Internierung von Romnja und Roma in Zwangsarbeitslagern bildeten zentrale Bestandteile der nationalsozialistischen Politik. Das größte Anhalte- und Zwangsarbeitslager für Roma und Sinti im nationalsozialistischen Deutschen Reich wurde im November 1940 im burgenländischen Lackenbach errichtet. Das Lager war ein Ort systematischer Schikanen, struktureller Ausgrenzung und erzwungener Arbeit. Zugleich fungierte es als zentrales Durchgangslager für die Deportation tausender Roma und Sinti in Konzentrations- und Vernichtungslager. Im Vortrag werden zudem die Stigmatisierung und Ausgrenzung der Roma und Sinti auch nach 1945 sowie die Entwicklung der Erinnerungs- und Gedenkkultur bis heute beleuchtet. 

Herbert Brettl ist Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Burgenland, Netzwerkkoordinator von erinnern.at, Burgenland, Projektleiter der „Initiative Erinnern Frauenkirchen“, Herausgeber der Buchreihe „Burgenländische Lebensgeschichten“ und Kurator einer Reihe von zeithistorischen Ausstellungen. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Beiträge und Bücher zur burgenländisch-westungarischen Zeitgeschichte verfasst.

Eine Kooperation mit erinnern.at
Eintritt frei!