Feldkircher Literaturtage 2020 - Revisited: Das Alphabet der Krise - 22. bis 24. Oktober

Mit Ilma Rakusa, Julya Rabinowich, Jens Malte Fischer und Armin Thurnher

Donnerstag, 22. Oktober 2020 - 20:15

Spätestens in einer Krise zeigt sich, wie Sprache sich verschärft, Kommunikation eindimensionaler und Botschaften fordernder werden. Begriffe wie "shutdown", "hochfahren", „Risikogruppen“, „Ausgangssperre“, „Kontaktbeschränkung“, „Opferzahlen“, „tracken“, „Triage“ ... bilden die Rhetorik der Bedrohung.

 

Wie geht es AutorInnen damit, die von Berufs wegen sensibel und wachsam mit Sprache und ihrer Komplexität umgehen und ihre Entwicklung und Indienstnahme kritisch beobachten.

Ilma Rakusa steht ganz besonders für eine Literatin, die sich in ihrer poetischen Lebensbeschreibung keiner Sprachdiktatur unterwirft, sondern im Gegenteil mit ihrem "Alphabet" ein ganzes Sprachuniversum erzeugt.

Julya Rabinowichs Werk spürt den Beziehungen besonderer Menschen zur Mehrheitsgesellschaft literarisch nach und fasst die oft eingeforderte "Assimilation" in Worte. Sie beschäftigt sich mit Sprache als Instrument von Isolation oder Eingliederung.

Der Kraus-Biograf Jens Malte Fischer und der FALTER-Herausgeber und Autor Armin Thurnher diskutieren, wie Sprache auf "Befehle" verkürzt, brachiale Ausdrücke und populistische Floskeln zur Alltagssprache werden.

Wie finden wir nach der Krise wieder zurück zu einer Sprache der Vielfalt und Poesie?